Gesellschaft: Akonische Religion - 2.840
Gesellschaft
Akonische Religion
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Allgemeines / Historisches:
Über das religiöse Leben der Akonen ist in der galaktischen Öffentlichkeit wenig bekannt, da die akonische Kultur, ähnlich der terranischen, stark materialistisch geprägt ist und weil religiöse Überzeugungen als Teil der persönlichen Intimsphäre und damit als ganz private Angelegenheit eines jeden Individuums gelten. Anders als etwa bei den Arkoniden besteht eine strenge Trennung von Kirche und Staat, allerdings gelang es in der Vergangenheit immer wieder Sekten und Mönchsorden, wie der Bruderschaft der Überäugigen (Atlan 252, 253) massiven Einfluß auf die Tagespolitik zu nehmen.
Als höchste Wesenheit wird in akonischen "Stoßgebeten" der "Herr aller Welten!" angerufen, als ein Ausdruck des Staunens und der Verwunderung (entspricht etwa dem "Mein Gott!" oder "Grundgütiger!") (Planetenroman 66). Eine einheitliche Mythologie scheint es bei den Akonen nicht zu geben. Jedes akonische Adelshaus verehrt seine eigene Gottheit, auf die es seine Herkunft zurückführt und die im Namen der Familie verschlüsselt wiederzufinden ist (z. B. die Katzengöttin Bastet im Familiennamen der Iruna von Bass-Thet oder der Donnergott Thor im Familiennamen der Auris von Las Toòr). Seit dem Bericht des Arkoniden Atlan über die Gründungsumstände des altägyptischen Pharaonenreichs im 4. Jahrtausend v. Chr. ist zudem bekannt, daß die Priesterkaste des alten Ägypten aus Nachkommen gestrandeter akonischer Raumfahrer hervorging (Planetenroman 68). Allerdings sind die Akonen fest davon überzeugt, daß es sich bei den Göttern der antiken Mythologien um historische Persönlichkeiten handelt. In diesem Zusammenhang fallen regelmäßig die Begriffe Dimensionsfahrstuhl, Odinskinder, Sieben Mächtige, Dunkler Oheim und Kosmokraten. Die Berichte über die diversen Aufenthalte des Arkoniden Atlans auf den Weltenfragmenten Pthor und Dorkh in den Jahren 2.648 n.Chr. bis 2.650 n.Chr. (Atlan 300 bis 499) und die unregelmäßigen Aufenthalte des Großadministrators Perry Rhodan auf LaThor (Perry-Comics) unterliegen jedoch strengster Geheimhaltung durch die USO, so daß es für den normalen Galaktiker unmöglich ist, die Wahrhaftigkeit der damit verbundenen, sich oft widersprechenden Überlieferungen zu überprüfen.
Vhratatu-Kult
Ebenso mysteriös sind die Überlieferungen, die dem sogenannten Vhratatu-Kult zu Grunde liegen. Sie basieren auf die Legende vom Sonnenboten Vhratatu und seinen zwölf Jüngern um Tranatlanus, die gegen Bestien kämpfen und sie besiegen. (Atlan HC 18)
Seit dem 25. Jahrhundert unternommene Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, daß der Vhratatu-Kult auf einem sehr ähnlichen Kult der Lemurer um den sogenannten Vehraáto zurückgeht, der von den Arkoniden wiederum als Vretatou verehrt wird. Als besondere Ironie in der Geschichte erwies sich, daß der Kult um den Sonnenboten ursprünglich auf die Bestien zurückgeht, von denen der auch als Vhrato bekannte Sonnenbote die Lemurer doch befreien sollte. Bei den Halutern nannte er sich Vurhartu ("der Erlöser"). Im Verlauf von mehr als 50.000 Jahren sind aus dem akonischen Vhratatu-Kult diverse miteinander konkurrierende Geheimkulte entstanden, deren Verbreitung sich jedoch auf das Zentrum der Galaxis beschränkt. Während ihrer geheimen Messen, meist in provisorisch als Tempel eingerichteten Kellerräumen, tragen die Mitglieder einer solchen Sekte blaue Masken. Ihr Symbol ist eine goldene Sonnenscheibe, von der Zacken oder Linien als Strahlen ausgehen, auf blauem Grund. Jede Sekte besitzt ihr eigenes Sonnenwappen, das sich in Details von den Symbolen der anderen unterscheidet (PR 707).
Die Überäugigen
Das oberste Ideal dieser akonischen Sekte ist es, mit Hilfe von Genetik und Geburtenplanung, den perfekten Menschen zu schaffen, die Reinkarnation des Sonnenboten Vhratatu, das sogenannte "wache Wesen". Die für die Erfüllung des großen Plans notwendigen Maßnahmen zu ermitteln und den Fortschritt der Entwicklung festzuhalten, ist Aufgabe einer Gruppe von Mönchsrittern, die mit Hilfe der Evolutionspolizei ihre Beschlüsse durchsetzen. Bei der Evolutionspolizei handelte es sich um eine Art privaten Geheimdienst, der allein dem Orden der Überäugigen Rechenschaft schuldig ist. Ihre alleinige Aufgabe ist es, die Einhaltung des von der Sekte beschlossenen Evolutionsprogramms zu überwachen und notfalls mit Gewalt und Terror gegen die Bevölkerung durchzusetzen. Im 9. Jahrtausend v. Chr. verfügte die fundamentalistische Sekte und ihre Geheimpolizei zeitweilig über alle denkbaren Vollmachten und über die offizielle Unterstützung des Energiekommandos. Erst mit dem Erscheinen des von vielen Akonen als "Das wache Wesen" verehrten Akon-Akons, in Begleitung des jungen Kristallprinzen Atlan, begann die Macht der Überäugigen und ihrer Anhänger zu zerfallen (Atlan 252, 253).
In der Blauen Legion, einer arkonfeindlichen Geheimloge innerhalb des Energiekommandos, gibt es auch in der Gegenwart zahlreiche Anhänger dieser Sekte. In weiten Teilen der Bevölkerung stößt diese Gruppierung dagegen auf offene Ablehnung bis Abscheu. Von der offiziellen Regierungspolitik werden die Überäugigen als feindlich gesinnte Terrororganisation betrachtet und ihre Labors und Stützpunkte, sobald aufgespürt, sofort zerstört. (PR 1629)
Das Symbol der Überäugigen ist ein stilisiertes Auge auf blauem Grund, das von den geschwungenen Linien einer Sonnenaura umkränzt wird. Die Ordensmeister der Sekte gelten als herausragende Wissenschaftler und Philosophen und pflegen einen asketischen Lebensstil. In der Vergangenheit unterhielt die Sekte einflußreiche Klosterschulen und Internate, in denen sie die Jugend in ihrem Sinne prägte. Während des Aufenthalts in einem ihrer Klöstern, sind die Mönchsritter zumeist in schlichte Kutten gekleidet. Auffällig ist die wallende Barttracht der Überäugigen, die für die akonische Mode vollkommen untypisch ist. Denn Ordensmeistern wird zudem nachgesagt über schwache übersinnliche Fähigkeiten zu verfügen und wahre Meister des Nahkampf zu sein. (Atlan 253)
Sie gelten zudem als Begründer der berühmten D'rynk-Fechtschule. (Atlan 11)
Das wache Wesen
Von vielen Sekten des 'Vhratatu-Kults' wird der arkonidische Mutant Akon-Akon als "Das wache Wesen“ verehrt, die Reinkarnation des Sonnenboten und damit des lange erwarteten göttlichen Erlösers der Akonen (Atlan 252). Dabei handelt es sich bei ihm nur um das Produkt geheimer Genexperimente der akonischen Medizinerin Tekla von Kohm (vermutlich eine Anhängerin des Ordens der Überäugigen) an dem ungeborenen Sohn der Arkoniden Caycon und Raimanja 18.334 v. Chr. auf dem Planeten Perpandron. Eigentlich sollte Akon-Akon als selbst gezüchteter "Erlöser" der Akonen, die Arkoniden mit seinen umfangreichen Parafähigkeiten in die Knie zwingen und die Herrschaft des Blauen Systems über die Galaxis wiederherstellen. (Atlan 242)
Irgend etwas scheint jedoch nicht nach Plan verlaufen zu sein. "Das wache Wesen" ruhte bereits mehr als 10.000 Jahre auf Perpandron, als es von Atlan 10.499 da Ark in einer verschütteten Pyramide entdeckt und geweckt wurde. Akon-Akon präsentierte sich ihm als junger Mann von etwa 15 Jahren, dessen Haut extrem blaß und von Sommersprossen überseht war. Er war extrem hager und nur sechs arkonidische Fuß groß. Als „Das wache Wesen“ verfügte er über scheinbar unbegrenzte Parafähigkeiten und war ein extrem starker Telepath und Hypnosuggestor, der ganze Raumflotten in seinen Bahn schlagen konnte. Nach seinem Erwachen zwang er die Besatzung der ISCHTAR zu einer Odyssee, die erst im Blauen System der Akonen endete. (Atlan 229 bis 250)
Auf Drorah wurde seine Rückkehr von der Öffentlichkeit begeistert aufgenommen und der Hohe Rat Xremis von Ra-Drohn übernahm die Betreuung Akon-Akons, während Xremis Tochter Stehlea sich sogar auf eine Affäre mit dem "wachen Wesen" einließ. Im Laufe der Odyssee schwanden langsam die Parakräfte des Mutanten und erloschen schließlich gänzlich. Am Ende wurde Akon-Akon erst unbeweglich, anschließend durchsichtig und löste sich schließlich, in einer grellen Lichterscheinung auf. (Atlan 250 bis 254)
Kerlas-Stab
Auch der „Stab der Macht“ genannt, ein von den Akonen nach dem Zentrumskrieg in einem Tempel auf dem Planeten Oskanjabul deponiertes Gerät. Er ist äußerlich einem Zepter ähnlich und besteht im Wesentlichen aus zwei Balken. Der Längere ist 150 cm lang und zylindrisch. An dem einem Ende des Balken ist der kürzere Balken, ca. 75 cm lang, befestigt. So das sich die Form eines T ergibt. Oben auf dem T, wo sich die Balken berühren beginnt ein Gebilde, das wie ein Henkel in der Form eines Tropfens aussieht. Das spitze Ende des Henkels ist am T befestigt. Im Inneren des mit Symbolen und Schaltflächen überzogenen Stabs wurden von seinen Konstrukteuren zahlreiche technische Spielereien versteckt. Mit dem Stab konnte 10.499 da Ark Akon-Akon alle Roboter der Akonen und Lemurer lenken, oder zugriff zu deren Stützpunkte finden. Der Kerlas-Stab konnte auch als Waffe benutzt werden oder als Schutzschirmprojektor. Die Hauptfunktion des Kerlas-Stabes war es jedoch "Das wache Wesen" alias Akon-Akon gegenüber seinen Anhängern auszuweisen. (Atlan 241)
Anmerkung: Der Kerlas-Stab in Form eines Henkelkreuzes stellt das akonische Pendant zum Heiligen Gral dar. Das Schleifen- oder Henkelkreuz ist in der altägyptischen Schrift die Hieroglyphe für "Leben" ("anch" gesprochen) und gilt als das Symbol für das Weiterleben nach dem Tod. Es wurde von der koptischen Kirche als Sinnbild des erlösenden Kreuzes übernommen.